Im August 2010 wurde in der Onlineausgabe einer örtlichen Tageszeitung die Wirksamkeit der letzten Sanierungsarbeiten zum Schutz der Besucher nach der Freigabe in Frage gestellt. Dieses veranlasste mich nun nähere Erkundigungen, teils durch Befragungen und durch Recherchen im Internet anzustellen. Ich war bisher der Auffassung, man könne schadstoffbelastete Bodenanteile ausbaggern und durch frische Erde ersetzen.Und schon ist Pcb, Benzol und Co. Geschichte. Das geht aber leider nur z.B. bei einem umgestürzten Tankwagen, wenn entsprechend schnell reagiert wird und die Bodenverhältnisse günstig sind. Die sichere Entsorgung dieser wenigen Kubikmeter verschmutzter Erde stellt kein allzugroßes Problem dar.
Nun zur Sanierung des Königsborn-Geländes in Bönen. In einem ersten Anlauf wurden die Teerbecken freigelegt und mit einem Drehrohrofen versucht die Schadstoffe thermisch zu entfernen. Dieses wurde nach einigen Monaten aus den verschiedensten Gründen aufgegeben und das Gelände blieb lange Zeit eingezäunt.
Auf dem Gelände einer über viele Jahrzehnte produzierende Kokerei gab es leider nicht nur begrenzte, verschmutzte Flächen.Die Schadstoffe waren fast überall und in den verschiedensten Konzentrationen nachzuweisen.
Die oberste Schicht, also der verschmutzte Boden der in Bönen über dem Emschermergel liegt, auszutauschen und damit eine Barriere gegen die noch tiefer in den Mergel eingedrungenen Schadstoffe zu schaffen, ist bei einer hochwertigen Sanierung bei geplanter Wohnbebauung üblich und wurde auch hier in Bönen angewandt.
Diese Erden wurden auf dem am meisten verschmutzen Teil des Geländes zu einer Hade aufgeschüttet und mit einer dichten Folie abgedeckt. Da der ebenfalls kontaminierte Mergel, bis zu dem die Deckschicht entfernt wurde, aber im Grundwasserschwankungsbereich liegt, ist es unmöglich auch hier durch Ausbaggern die Schadstoffe zu beseitigen.
Diese haben sich nämlich in den vielen Jahrzenten so weit im klüftigen Mergel verteilt, dass es selbst bei hohem finanziellem Aufwand keine Lösung für dieses Problem gibt. Durch den schwankenden Grundwasserspiegel würden, nach dem Bodenaustausch, auch dieser wieder mit Schadstoffe aus noch tiefer oder danebenliegenden Flächen verschmutzt. Die praktizierte Lösung bei solchen Flächen ist daher die Beseitigung der oberflächlichen Verunreinigungen und anschließender Überdeckung des Areals mit bindigem Boden.
Da das Zechengelände aber zunächst für eine Wohnbebauung vorgesehen war, wurde ab 2003 an der Oststraße beginnend, etwa 3 m tief der Boden ausgetauscht, beziehungsweise so aufgeschüttet, dass bei einem Wohnhaus die Kellerfundamentplatte ganz sicher in unbelastetem Boden eingebaut werden konnte. Später, während der laufenden Arbeiten, erwies sich eine Wohnbebauung durch eine Wohnungsbaugesellschaft aber als nicht mehr praktikabel. So entschloß man sich lediglich zum Neubau der Goetheschule und einer Dreifachturnhalle sowie eines Jugendzentrums im Bereich der Oststr. Die Errichtung von Sportplätze sollte dann in dem dahinter liegenden Gelände erfolgen.
Die Fundamente weiterer südöstlich gelegender, alter Gebäude, zum Beispiel die der Kokereiöfen, wurden deshalb nicht mehr entfernt, sondern gereinigt und wieder abgedeckt. Für einen Sportplatz müssen ja keine Keller gebaut werden. Die ausgebaggerten, belasteten Erden und Fundamente, auf die hochbelastete Fläche der ehemaligen Nebengewinnung verbracht, bildeten so eine Halde.
Diese wurde nach der Fertigstellung mit einer 3 mm dicken Folie wasserdicht abgedeckt. Sie verhindert, dass durch Regenwasser aus der Halde zusätzlich Einträge von Schadstoffe in den darunter liegenden Boden und in den Grundwasserbereich gelangen. Rund um dieses Deponiebauwerk sind viele Rohrbrunnen angeordnet, aus denen stetig das Grundwasser abgepumpt wird. So erreicht man eine gezielte, künstliche Grundwasserströmung zur Halde und verhindert eine weitere Ausbreitung der Schadstoffe durch die natürliche Fließbewegung. Die vorhandenen Schadstoffe aus dem übrigen Gelände werden so hoffentlich im Laufe einer langen Betriebszeit durch die Pumpenanlage entfernt. Die geförderten Wässer werden gereinigt und dann in den normalen Abwasserkanal geleitet.
So gesehen war das ursprüngliche Ziel das Gelände für eine Wohnbebauung herzurichten, der Anlass für eine sehr aufwendige Sanierung. Und auch durch die Gründung des Fördervereins und den Erhalt des Förderturmes ergab sich ein Grund für die nun erfolgte, höherwertige Sanierung. Denn hätte man den Förderturm abgerissen und auch auf eine Bebauung verzichtet, wäre das gesamte Gelände nur mit einer etwa 70 cm dicken Erdschicht abgedeckt und als Grünfläche ausgewiesen worden.
Solch eine Abdeckung ist überings rechts von der Zufahrt bis fast zur Zechenmauer praktiziert worden. Hier standen früher lediglich einige Werkstatt- und sonstige Gebäude.
Um neben der Zufahrt zum Förderturm Parkplätze und befestigtes Freigelände zu errichten wird dieser Streifen ca. einen Meter ausgekoffert und durch Schotter als zukünftige Tragschicht ersetzt. Der ausgebagerte Boden ist geeignet eine Grundlage für die späteren Tribünen der Sportanlagen zu bilden und wird auch auf den vorgesehenen Platz verbracht.
Der unten eingefügte Plan zeigt die zur Zeit gültige bergrechtlichen Einschränkungen.



Die Sanierung des Zechengeländes











