Für manchem Nichtbergmann ist der Begriff "Gezähekiste" sicher unbekannt. Das Gezähe ist das Werkzeug der Bergleute.Dieses bestand in früheren Jahren aus dem Schlägel, dem Eisenhalter und mehreren Eisen. Dazu kam die Säge sowie das Beil. Später fielen Schlägel und Eisen weg und andere Werkzeuge kamen dazu. Um es gegen unbefugtes Benutzen zu schützen und sich das hin- und hertragen zum Arbeitsplatz zu ersparen wurde das Beil und die Säge an einem Stempel mit einer Kette und einem Schloß gesichert. Später gab es dann eiserne, verschließbare Kisten.
Diese standen in einer Reihe in der Strecke am Stoß unweit des Arbeitsplatzes . (Stoß = Wand ) Heute sind die meisten Kisten durch größere, verschließbare Container ersetzt worden.
Einen weiteren Nutzen hatten dies Kisten ebenfalls: man konnte auf ihnen sitzend wunderbar buttern (seine Arbeitspause verbringen) und auch sein "Gedinge nachrechnen". (= Lohn). Dazu war auf dem Deckel oft eine Holzbohle geschraubt, so dass das Sitzfleisch nicht den kalten Stahl berührte. Üblicherweise wurde, sobald zu Beginn der Schicht dieser Ort erreicht war, eine kleine Pause eingelegt und die mitgebrachten Kniften oder Dubbels gegessen. Die anstehenden Temperaturen ließen sonst die Butter auf dem Brot schmelzen und waren die Brote nicht gut gesichert, trieben die Mäuse auch gern mal einen Querschlag durch den Proviant. Beim Buttern gab es dann unter den Kumpeln immer wieder etwas zu erzählen oder zu berichten.
Mit der Zeit wurden aber auch diese Kisten zu klein und auch die Container hielten im Bergbau ihren Einzug. Offene Container transportierten das übliche Grubenmaterial und geschlossene wurden wiederum für wertvolleres oder auch fürdie Aufbewahrung des Gezähes verwendet. Eine Spende des Bergwerks Ost, eigentlich 100 m Stahlseil von der Stillegung des Schachtes Grillo, bekamen wir in einem alten Werkzeugcontainer geschenkt. Auf dem Bild testen einige junge Besucher den Container, ob er fürs Buttern geeignet ist .



Geschichten aus der Gezähekiste













